FAKTEN

Wie klimaschädlich sind verschiedene Lebensmittel?

Wie in der vereinfachten Abbildung zu sehen ist, sind die Unterschiede zwischen verschiedenen Lebensmitteln in punkto Treibhausgasemissionen extrem groß. Besonders viele Treibhausgase verursachen Rind-, Lamm- und Schweinefleisch (rotes Fleisch) sowie Produkte, zu deren Herstellung viel Milch benötigt wird. Dazu gehört vor allem Käse mit einem hohen Fettgehalt.

Für detailliertere Angaben zu den Treibhausgasemissionen verschiedener Lebensmittel siehe: Tabelle.

Ein Vergleich mit anderen klimarelevanten Aktivitäten zeigt:

  • Die Herstellung eines großen Rindersteaks verursacht ungefähr so viele Emissionen wie eine Autofahrt von Hamburg nach Lübeck.
  • Ein einziger KlimaTeller pro Woche bringt bereits mehr für’s Klima als die Benutzung von Energiesparlampen zu Hause.

Wir finden: Aufgrund der besonders hohen Emissionen durch Rind, Lamm und Schwein sowie fetthaltigen Milchprodukten gehören diese Lebensmittel nicht in ein klimafreundliches Essen. Alle Lebensmittel, welche die rote Linie überschreiten, finden sich daher nicht auf einem KlimaTeller.

Warum sind Rind und Co. so klimaschädlich?

Für die Klimaschädlichkeit von Rind, Lamm, Schwein sowie milchintensiven Produkten sind folgende Ursachen entscheidend:

  • Die Ausscheidungen von Wiederkäuern (insbesondere Rindern) enthalten große Mengen des starken Treibhausgases Methan (CH4).
  • Die Abholzung von tropischen Wäldern für Weide- und Futterflächen führt zur Freisetzung von Kohlendioxid (CO2).
  • Der Einsatz von Kunstdünger führt vor allem zum Ausstoß von Lachgas (N2O), einem sehr starken und langlebigen Treibhausgas.
  • Die Nutzung von Gülle als Dünger verursacht den Ausstoß von Lachgas und Methan.

Da man diese langlebigen Treibhausgase in ihrer Wirkung auf das Klima ineinander umrechnen kann, wird die Klimaschädlichkeit in kg CO2-Äquivalenten pro kg Lebensmittel angegeben. Dabei wird ein Wirkungszeitraum von 100 Jahren zugrundegelegt.

Wie sicher sind diese Aussagen?

Trotz vielen Unterschieden im Detail wird die Klimaschädlichkeit von rotem Fleisch und milchintensiven Produkten von allen relevanten Studien klar belegt:

  • Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), 2008: Klimawirkungen der Landwirtschaft in Deutschland (pdf)
  • LCA Food data base
  • Öko-Institut, 2007: Treibhausgasemissionen durch Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln (pdf)
  • Öko-Institut, 2010: CO2-Einsparpotentiale für Verbraucher (pdf)

Unsere Tabelle gibt einen Überblick über die Ergebnisse dieser Studien.

Die Berechnung des Treibhausgasausstoßes durch ein bestimmtes Produkt ist sehr kompliziert und hängt von vielen Faktoren ab. Daher verwundert es nicht, dass die Ergebnisse sich je nach Studie unterscheiden.

Trotzdem kommen alle obigen Studien zu dem Schluss, dass deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Lebensmitteln bestehen. So ist beispielsweise Rindfleisch ungefähr 100mal so klimaschädlich wie dieselbe Menge an frischem Gemüse.

Wie jeder Grenzwert ist unsere Schwelle von ca. 4 kg CO2-Äquivalenten pro kg Lebensmittel aber keine rein naturwissenschaftliche Entscheidung. Wir haben uns hier auch daran orientiert, was in einem ersten Schritt in Kantinen praktisch leicht umsetzbar ist.

Was ist mit anderen Argumenten für eine Ernährungswende?

Natürlich gibt es neben dem Klimaschutz noch viele andere gute Argumente, die für eine Umstellung der Ernährung sprechen: Der starke Fleischkonsum der Industrie- und Schwellenländer führt zur Verschmutzung und hohem Verbrauch von Wasser, ist sehr energie- und flächenintensiv, belastet die Böden und bedroht die Biodiversität. Die anhaltende Überfischung der Meere und ökologisch unverträgliche Aquakulturen gefährden zunehmend das Gleichgewicht der marinen Ökosysteme. Massentierhaltung und die Produktion der Futtermittel hierfür stellen mit ihren globalen sozio-ökonomischen Auswirkungen nicht nur ein ökologisches, sondern auch ein ethisches und gesellschaftliches Problem dar. Davon abgesehen erhöhen die fett- und zuckerlastige Ernährung sowie der hohe Konsum von rotem Fleisch in den Industrieländern das Risiko für bestimmte Krankheiten. KlimaTeller heißt daher nicht nur etwas für’s Klima tun, sondern auch für seine eigene Gesundheit!

Das Projekt KlimaTeller soll jedoch ausschließlich die Klimaschädlichkeit bestimmter Lebensmittel ins Bewusstsein rufen, da dieses Thema bislang kaum in der Öffentlichkeit diskutiert wird. Dies ist aber keineswegs ein Widerspruch zu obigen Argumenten: Der KlimaTeller im Betriebsrestaurant oder zu Hause freut sich sicherlich auch, wenn einmal kein Hühnchen oder Fisch darauf zu finden ist, weswegen klimafreundliches Essen meistens auch tier- und umweltfreundlicher ist.

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