Der Begriff Superfoods ist seit Jahren in aller Munde. Eine offizielle Definition existiert für den Begriff jedoch nicht. Laut Verbraucherzentrale beschreibt der Begriff Superfood meist exotische Lebensmittel, die einen höheren Wert an Vitaminen, Mineralstoffen und / oder sekundären Pflanzenstoffen aufweisen und zur Gesundheitssteigerung eingesetzt werden. Doch wie gesund – und vor allem wie nachhaltig – sind diese Lebensmittel? Wir haben einige ausgewählte Produkte genauer unter die Lupe genommen.

 

Quinoa vs. Hirse

Quinoa zählt zu den Pseudocerealien und liefert viel pflanzliches Eiweiß, Kalium und Calcium. Zudem ist er glutenfrei. Er wird besonders von Sportlern geschätzt und häufig als Ersatz für Reis verwendet. Quinoa wird vorwiegend in Südamerika angebaut und hat daher grundsätzlich sehr weite Transportwege. Auch werden teilweise im Anbau Pestizide eingesetzt, die in der EU nicht zugelassen sind. Ein weiterer Aspekt ist, dass durch die enorm hohe Nachfrage der Ertrag in den Erzeugerländern massiv ansteigen muss. Dadurch bilden sich dort Monokulturen, welche zu schwindender Bodenfruchtbarkeit und damit weniger Biodiversität führen. Es gibt jedoch einen tollen heimischen Ersatz, nämlich Hirse! Hirse ähnelt in seiner Zusammensetzung dem Quinoa und ist auch in der Küche vielseitig einsetzbar. Die kleinen, gelblichen, runden Körner eignen sich für Breie, Aufläufe oder Bratlinge. Hirse ist ebenfalls glutenfrei.

 

Chiasamen vs. Leinsamen

Chiasamen sind die Früchte der Chiapflanze, die ursprünglich in Mexiko und Guatemala beheimatet ist. Mittlerweile wird sie aufgrund der starken Nachfrage auch in Australien und Südostasien kultiviert und in die EU importiert. Sie gilt als Ölsaat, da bis zu 40% Fett, insbesondere mehrfach ungesättigte Fettsäuren, enthalten sein können. Daneben enthalten sie vergleichsweise viel Protein, Mineralstoffe, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe, die ihnen eine antioxidative Wirkung verleihen. In einigen Untersuchungen konnten in den Samen Rückstände von Unkrautvernichtungsmitteln nachgewiesen werden. Auch hier gibt es eine tolle Alternative: Leinsamen! Diese werden in Europa (z.B. Belgien und den Niederlanden), teilweise auch in Deutschland angebaut. Sie enthalten wertvolle Omega-3-Fettsäuren und machen lange satt. Sie können als Ei-Ersatz zum Backen verwendet werden, oder als Zutat in Müsli und Brot.

 

Gojibeeren vs. Heidelbeeren

Die kleinen, rötlichen Beeren, die in Deutschland auch Wolfsbeeren genannt werden, sind in China beheimatet und gelten wegen ihres hohen Gehalts an Vitamin C und Carotinoiden als Superfood. Jedoch sind sie häufig auch mit Pestiziden oder Cadmium belastet. Sie werden im Handel hauptsächlich getrocknet oder als Pulver angeboten. Eine frische, regionale Alternative sind Heidelbeeren. Diese werden in Deutschland überwiegend in der Lüneburger Heide angebaut und sind von Juni bis September frisch erhältlich. Sie enthalten nennenswerte Mengen an pflanzlichem Eisen und sind kalorienarm. Sie eignen sich gut für Smoothies, Müsli und Joghurt oder auch einfach pur zum Naschen.

 

Acaibeeren vs. Johannisbeeren

Die Beerenfrüchte einer Palme sind in Südamerika, besonders Brasilien, beheimatet. Sie enthalten nennenswerte Mengen an Vitamin C, Eisen und Calcium. Sie haben den Ruf, entzündungshemmend und antikanzerogen zu wirken, jedoch gibt es hierzu keine gesicherte Datenlage. Auch hier findet sich ein passender Ersatz aus dem heimischen Obstangebot: Johannisbeeren, genauer gesagt, schwarze Johannisbeeren. Sie werden in Deutschland angebaut und haben von Juni bis September Saison. Sie eignen sich ebenso wie Heidelbeeren als Zutat in Joghurt und Müsli oder als gesunder Snack zwischendurch. Auch sie enthalten Vitamin C und viel Calcium.

 

Der Heimvorteil für regionale Produkte: Klimafreundlichkeit

Es ist also nicht nötig, auf exotische Superfoods zurückzugreifen. Es gibt tolle, regionale Alternativen, die den Superfoods in nichts nachstehen. So spart man eine Menge CO2 ein, da auf weite Transportwege verzichtet wird. Zudem sind regionale und saisonale Produkte häufig wesentlich günstiger. Und: Es kann helfen, die regionale Landwirtschaft zu unterstützen!

 

 

 

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